Diskussion zu Razer Phone

Anfang November hat Razer offiziell sein erstes Smartphone vorgestellt, das schlicht auf den Namen Razer Phone hört. Es entstand unter Federführung des 2016 aufgekauften Startups Nextbit und gehört mit einem Snapdragon 835 von Qualcomm und 2 × 4 GiByte LPDDR4-1866-RAM zu den aktuellen Smartphone-Flaggschiffen. Die Auslieferung wird zwar erst morgen beginnen (für 750 Euro über den Razer-Store), ich habe aber schon vorab ein Testgerät erhalten.

Insgesamt weiss das Razer Phone zu gefallen, wenn man es als Smartphone und nicht als mobiles Gaming-Gerät sieht. Wenig überraschend biete die Hardware kaum Vorteile gegenüber anderen Topmodellen. Razer bewirbt in diesem Zusammenhang das 120-Hertz-Display (5,72 Zoll, IGZO-IPS von Sharp, 2.560 × 1.440 Pixel), das wie AMDs Freesync und Nvidias G-Sync die Synchronisation der Bildwiederholrate an die Bildausgabe beherrscht (Randnotiz: Die Funktion ist im mobilen Bereich ein alter Hut, um Energie zu sparen. Razer bewirbt mit Q-Sync erstmals den Gaming-Aspekt). Verglichen mit einem Google Pixel 2 XL seien in verschiedenen Spielen keine Vorteile spürbar gewesen. Das verwundert auch nicht, da maximal nur 70 bis 80 Fps in Gear Club und Arena of Valor erreicht wurden – für mehr reicht der Snapdragon 835 nicht aus. Für ein flüssigeres Gefühl habe das Display aber im alltäglichen Gebrauch, zum Beispiel beim Scrollen im Browser, gesorgt.

Als Betriebssystem setzt Razer auf Android 7.1.1, das Anfang 2018 auf 8.0 aktualisiert werden soll. Das Android ist weitestgehend „stock“ und wird lediglich durch den normalerweise kostenpflichtigen Nova-Launcher erweitert. Als eigene App ist fast ausschließlich der Game Booster vorinstalliert, der durchaus sinnvolle Einstellungen erlaubt: Maximale CPU- und GPU-Taktraten lassen sich pro Spiel einstellen, womit Nutzer zwischen maximaler Leistung und akkufreundlichem Betrieb entscheiden können. Ebenso kann wahlweise global oder pro App die maximale Bildwiederholrate auf 30, 60, 90 oder 120 Hertz eingestellt werden – standardmäßig sind nicht 120, sondern 90 Hz festgelegt.

Die Dual-Kamera bestehend aus zwei 12-Megapixel-Sensoren mit einer f/1.75-Blende als Weitwinkel und einer f/2.6-Blende als Tele mache Fotos auf dem Niveau anderer aktueller Smartphone-Flaggschiffe. Die Frontkamera sei für Selfies gut zu gebrauchen. Wünschenswert sei jedoch eine umfangreichere Kamera-App, weil die aktuelle Version kaum Einstellungsmöglichkeiten biete. Als Nutzer sehe man nicht einmal, wann man zwischen den beiden Sensoren de Hauptkamera wechsle und wann nur digital gezoomt wird. Zwei Pluspunkte bekommt das Razer Phone für die großen Frontlautsprecher, wenn man sich eine eigene Tonkurve einstelle – ab Werk sei der Ton zu höhenlastig -, und den 4.000 mAh großen Akku.

 

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